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Schulordnung

Die Landesfachschule für Sozialberufe stellt sich zur Aufgabe, eine gute fachliche Ausbildung zu gewährleisten und die Studierenden[1] in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Dazu bedarf es der Einsatzbereitschaft und der Eigenverantwortung der gesamten Schulgemeinschaft.
Die Schule steht zu demokratischen Grundwerten und vertritt eine humanistische Grundhaltung. Lehrpersonen, Studierende und das nicht unterrichtende Personal begegnen sich mit Achtung, Respekt und Höflichkeit unter Einhaltung der Rechte und Pflichten, wie sie in der vorliegenden Schulordnung, der Schüler*innen-Charta, der Personalordnung und den allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen festgelegt sind. Dazu zählen der Schutz der Privatsphäre und die Achtung der kulturellen, ethnischen, religiösen und sexuellen Identität. Jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung wird abgelehnt.
Durch das Einhalten der Schulordnung können alle Beteiligten zu einem angenehmen und geordneten Arbeitsklima in der Schule beitragen. Die Verhaltensnote im Zeugnis entspricht dem Grad der Einhaltung der Schulordnung.

Rahmenbedingungen

Schulbesuch und Anwesenheitspflicht
Die Studierenden besuchen den im Stundenplan vorgesehenen Unterricht regelmäßig und pünktlich. Ein pünktlicher gemeinsamer Unterrichtsbeginn und die kontinuierliche Zusammenarbeit stellen die Grundlage für ein gewinnbringendes und förderliches Arbeitsklima dar.
Für die Schlussbewertung ist es erforderlich, dass der/die Studierende an mindestens drei Vierteln des persönlichen Jahresstundenplans teilgenommen hat. Der Klassenrat kann in dokumentierten Ausnahmefällen die Gültigkeit des Schuljahres auch dann anerkennen, wenn diese drei Viertel nicht erreicht werden, vorausgesetzt, es liegt eine angemessene Anzahl an fundierten Bewertungselementen vor.
Für die Studierenden der Ausbildung für Pflegehelfer*innen ist es erforderlich, dass sie ausnahmslos an mindestens neunzig Prozent des Unterrichts in jedem Fachbereich teilgenommen und die vorgesehene Mindestzahl an Leistungsnachweisen erbracht haben.
Die Schulführungskraft kann die Studierenden aus fachlichen oder pädagogischen Gründen verpflichten, an Schulveranstaltungen teilzunehmen (Schulprojekte usw.), auch wenn sie außerhalb des normalen Stundenplans stattfinden.
Die vorhersehbaren Absenzen sind im Voraus beim Klassenvorstand oder der zuständigen Lehrperson zu melden. Bei längeren vorhersehbaren Absenzen (mehr als drei Tage) ist die Genehmigung der Schulführungskraft einzuholen.
Bei nicht vorhersehbaren Absenzen (Krankheit, Unfälle ...) ist das Sekretariat am Vormittag des ersten Tages der Abwesenheit zu benachrichtigen. Ansteckende Krankheiten - auch in der Familie oder im Heim - sind unverzüglich zu melden.
Jede Absenz der minderjährigen Studierenden ist mit einer schriftlichen Rechtfertigung seitens der Erziehungsberechtigten und eventuell mit einer Bescheinigung von der zuständigen Institution (Arzt, Behörde...) zu belegen. Jedes Fernbleiben vom Unterricht aus nicht triftigen Gründen wird als unentschuldigte Absenz im Klassenbuch eingetragen und scheint im Zeugnis auf.
Der Klassenvorstand oder die beauftragte Lehrperson notiert und kontrolliert die Absenzen und beurteilt die Stichhaltigkeit der Begründung.
Die Anzahl und Art der Absenzen kann sich auf die Bewertung des schulischen Verhaltens auswirken.

Teilnahme an öffentlichen Kundgebungen
Die Landesfachschule für Sozialberufe unterstützt grundsätzlich eine inhaltliche Auseinandersetzung der Studierenden mit schulpolitischen, gesellschaftlichen, sozialen oder kulturellen Themen. Die Teilnahme an einer öffentlichen Kundgebung wird entschuldigt, sofern diese mindestens eine Woche vorher ordnungsgemäß angekündigt und von der Schulführungskraft genehmigt worden ist. Teilnehmende Studierende informieren ihre Klasse über die Anliegen der Kundgebung und suchen nach Formen der schulinternen Reflexion.
Die Erziehungsberechtigten von minderjährigen Studierenden geben im Vorfeld das Einverständnis über die Teilnahme an der öffentlichen Veranstaltung.

Lern-, Pausen- und Aufenthaltsorte

Lernorte sind die Klassenräume, die Praxisräume, die EDV-Räume, Lehrküche, Turnhalle und Bibliothek, aber auch die Bereiche für das freie Arbeiten allein oder in Kleingruppen. Lehrpersonen und Studierende übernehmen gemeinsame Verantwortung dafür. Für Praxis- und Computerräume gelten besondere Ordnungen.
Die Unterrichtsräume für den praktischen Unterricht werden grundsätzlich nur auf Anweisung und in Begleitung der Lehrperson betreten. Die Lehrpersonen sorgen dafür, dass diese Räume am Unterrichtsende aufgeräumt und abgesperrt werden.
Minderjährige dürfen gemäß den Arbeitsaufträgen die Bibliothek und die Computerarbeitsplätze auch alleine aufsuchen, sie halten sich dabei immer an die geltenden Regelungen. Besondere Vorfälle werden umgehend der zuständigen Lehrperson, bzw. dem Personal mitgeteilt.
Das Schulgebäude kann in der Regel 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn betreten werden.
Während der Mittagspause verlassen die minderjährigen Studierenden und in den Außenstellen alle Studierenden das Schulgebäude, da keine Aufsicht gewährleistet ist. Volljährige Studierende können sich während der Mittagspause im Foyer des Hauptgebäudes in Bozen aufhalten.
Die Lehrpersonen sorgen dafür, dass die Unterrichtszeit sowie die Pausen eingehalten werden. In den großen Pausen halten sich die Studierenden im Schulgebäude oder im Innenhof der Schule auf. Volljährige Studierende können während der großen Pausen das Schulgrundstück verlassen; sie haften selbst für ihre Handlungen.
Zwischenpausen, die sich durch den Lehrpersonenwechsel ergeben, nutzen die Studierenden dazu, sich auf die nächste Stunde vorzubereiten. Bei Doppelstunden kann die Lehrperson eine kleine Pause einplanen. Bei Zwischenpausen und kleinen Pausen darf das Schulgebäude nicht verlassen werden.
Die Lehrpersonen haben während der Unterrichtszeit inklusive Pausen die rechtliche Verantwortung für die minderjährigen Studierenden und bestehen darauf, dass niemand das Schulgrundstück während dieser Zeit verlässt. Ausnahmen sind nur mit schriftlicher Erlaubnis der Schulführungskraft gestattet.

Unterricht

Es ist Anliegen der gesamten Schulgemeinschaft, einen guten, zeitgemäßen und effizienten Unterricht zu gewährleisten.
Während des Unterrichtes verhalten sich die Studierenden so, dass der geregelte und ungestörte Ablauf der Lehr- und Lerntätigkeit gesichert ist, sie lernen mit Einsatz.
Die unterrichtsbegleitenden Schulveranstaltungen und Projekte sind integrierender Bestandteil der Ausbildung. Es ist deshalb notwendig, dass alle Studierenden daran teilnehmen.
Die Studierenden können von der Ausführung praktischer Übungen aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend befreit werden, nicht aber von der Anwesenheitspflicht.
Um Störungen zu vermeiden, sind im gesamten Schulgebäude grundsätzlich die Mobiltelefone auszuschalten. Dies gilt für alle Räume des Gebäudes und für alle Personen, die die Schule besuchen, bzw. in der Schule beschäftigt sind. Ausnahmen gelten bei besonderen didaktischen und methodischen Erfordernissen.
Für Internet- und Computernutzung gilt die interne Benutzerordnung.
Jede gewünschte Stundenplanänderung bedarf der Genehmigung der Schulführungskraft. Der Stundenplan und alle Änderungen werden von der Schulführungskraft, bzw. in deren Auftrag vom Sekretariat bekannt gegeben. Während der Lernsituationswochen gelten gesonderte Stundenpläne, diese werden den Studierenden rechtzeitig bekanntgegeben.
Jede Bewertung stützt sich auf das genehmigte Bewertungskonzept des Dreijahresplanes. Studierende haben die Pflicht, sich Prüfungen und anderen Bewertungen zu stellen. Schriftliche Leistungsermittlungen und andere Lernzielkontrollen werden rechtzeitig im Klassenbuch eingetragen, um eine ungünstige Häufung zu vermeiden. Sie finden nur mit gegenseitigem Einverständnis nach Sonn- und Feiertagen statt.
Erziehungsberechtigte erhalten mittels Mitteilungen, an den Sprechtagen und auf Wunsch zu den persönlichen Sprechstunden der Lehrpersonen Informationen über die Lernfortschritte von minderjährigen Studierenden.
Die Schulführungskraft und die Lehrpersonen stehen für eine persönliche Aussprache außerhalb des Unterrichts zur Verfügung.
An der Schule werden regelmäßig Sprechtage abgehalten. Die Studierenden und die Eltern von minderjährigen Studierenden werden eingeladen, an diesen teilzunehmen.
Die Schulberatung steht Studierenden, Lehrpersonen und Eltern an festgelegten Zeiten ohne Vormerkung und außerhalb dieser Zeiten mit Terminvereinbarungen zur Verfügung.

 
Mitgestaltung

Studierende haben das Recht auf klare, umfassende Informationen zu den Geschehnissen des Schulbetriebes. Diese erfolgen über Mitteilungen, die Anschlagtafel und die Homepage der Schule.
Studierende übernehmen schrittweise mehr Verantwortung, indem sie Vorschläge, Anliegen und Anregungen für das Schulprogramm, die Ordnung der Schule oder zu den Dienstleistungen einbringen. Dabei können sie sich in den Mitbestimmungs-Gremien engagieren.

Mitbestimmungs-Gremien

Klassenvertreter*innen: Jede Ausbildungsgruppe wählt für das Schuljahr eine Klassenvertretung und eine Vize-Klassenvertretung. Der/Die Klassenvertreter*in ist verantwortlich für die Belange der Ausbildungsgruppe und ist Bindeglied zwischen Klasse, Lehrpersonen und Schulführungskraft. Er/Sie hat außerdem die Pflicht, die Abwesenheit einer Lehrperson 10 Minuten nach Beginn der Unterrichtsstunde im Sekretariat zu melden.
Die Vertreter*innen der Studierenden nehmen an den Klassenratssitzungen teil, um angehört und informiert zu werden. Auch bringen sie Vorschläge und Stellungnahmen ein, insbesondere hinsichtlich der sie unmittelbar betreffenden Schulangelegenheiten.
Schüler*innenrat: Die Vertreter*innen der Studierenden aller Klassenräte bilden den Schüler*innenrat der Schule. Dieses Gremium wird vom/von der Vorsitzenden des Schüler*innenrats sowie auch auf Antrag der Mehrheit des Rates einberufen. Zwei gewählte Vertreter*innen werden in den Schulrat entsandt.
Den Schüler*innen und Studierenden ist das Abhalten von Schülerversammlungen auf Schulebene und auf Klassenebene im Ausmaß von jeweils 4 Unterrichtsstunden gestattet. Die Ansuchen samt Tagesordnung erfolgen eine Woche vor der geplanten Versammlung, das Protokoll wird spätestens 7 Tage nachher abgegeben. Während des letzten Unterrichtsmonats können keine Versammlungen stattfinden. Für die Behandlung von besonders wichtigen Themenbereichen kann der Schulrat für jedes Schuljahr zusätzliche Schüler*innenversammlungen genehmigen. Weitere Versammlungen können außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden, wenn dafür Räume verfügbar sind.
Elternvertreter*innen: In Klassen mit minderjährigen Schüler*innen können zwei Elternvertreter*innen gewählt werden. Diese können an den Klassenratssitzungen teilnehmen, um angehört und informiert zu werden oder Vorschläge, Anliegen und Stellungnahmen einzubringen.
Elternrat: Alle Vertreter*innen der Erziehungsberechtigten bilden gemeinsam den Elternrat. Dieses Gremium wird vom/von der Vorsitzenden des Elternrats sowie auch auf Antrag der Mehrheit des Rates einberufen. Zwei gewählte Vertreter*innen werden in den Schulrat entsandt.
Schulrat: Der Schulrat setzt sich aus der Schulführungskraft, der/dem Verantwortlichen der Verwaltung und den gewählten Vertreter*innen von Lehrpersonen, Schüler*innenrat und Elternrat zusammen. Er bestimmt die allgemeinen Richtlinien der schulischen Tätigkeiten.
Alle bisher genannten Mitbestimmungsgremien können sich auf Wunsch in den Räumlichkeiten der Schule versammeln und Fortbildungen vorschlagen. Die Beschlüsse des Schulrates werden auf der Anschlagtafel der Schule veröffentlicht.

Gesundheit, Ordnung und Sicherheit

Die gesamte Schulgemeinschaft hat ein Recht auf eine gesunde, sichere und einladende Umgebung.
Das Rauchen im Schulgelände ist ausnahmslos verboten. Das Rauchverbot gilt für alle Räume des Gebäudes, sowie im Innenhof und im Pausenhof und für alle Personen, welche die Schule besuchen, bzw. in der Schule beschäftigt sind. Dasselbe gilt für den Konsum von Alkohol.
Die Studierenden setzen sich für Sauberkeit im eigenen Unterrichtsraum und im gesamten Schulgebäude ein. Sie sind für die Schonung der Einrichtungsgegenstände verantwortlich und befolgen diesbezüglich die Weisungen der Lehrpersonen und des Schulpersonals.
Alle Abfälle werden ordnungsgemäß entsorgt. Essen ist im Klassenraum nicht erlaubt. Festgestellte Beschädigungen sind unverzüglich im Sekretariat zu melden. Vorsätzlich oder fahrlässig verursachte Beschädigungen oder Verunreinigungen verpflichten zu Schadenersatz.
Der Aufzug wird von Studierenden nur in Ausnahmefällen und nach einer erfolgten Genehmigung benutzt.
Um Unfälle zu vermeiden, ist das Hinauslehnen aus den Fenstern zu unterlassen; Fensterbretter und Heizkörper sind nicht als Sitzmöbel zu benutzen. Unfälle jeglicher Art während des Unterrichts oder auf dem Schulweg sind am selben Tag im Sekretariat (Tel. 0471/973494) zu melden, damit die Versicherung rechtzeitig benachrichtigt werden kann. Sollte ein persönlicher Anruf nicht möglich sein, so ist zu veranlassen, dass dies durch eine dritte Person geschieht.
Für die Krankenversicherung müssen die Studierenden, bzw. die Eltern selbst aufkommen.
Bei Notfällen und bei der entsprechenden Durchsage ist das Gebäude rasch, aber geordnet gemäß den Anweisungen der Lehrperson zu verlassen und der Sammelplatz aufzusuchen. Dabei wird die Räumungsordnung beachtet.
Bei Brandgefahr ist die Feuerschutzordnung der Schule dringend zu beachten. Die Tafeln mit Hinweisen zum Verhalten im Brandfall sind überall in der Schule sichtbar angeschlagen.
Die Notausgänge dürfen nur in Notsituationen benützt werden. Sie müssen jederzeit erreichbar sein und dürfen nicht durch Gegenstände verstellt werden.
Für das Abhandenkommen von Geld und persönlichen Gegenständen übernimmt die Schule keine Haftung – aus diesem Grunde sollen Geldtaschen und andere Wertgegenstände nicht unbeaufsichtigt in den Klassenräumen hinterlassen werden.
Bei Verstößen gegen die Schüler- und Schülerinnencharta gilt die Disziplinarordnung, die in der Sitzung des Schulrates vom 29.04.2019 genehmigt wurde und die einen integrierenden Bestandteil dieser Schulordnung darstellt.

Dienste

Im Hauptsitz gibt es eine Fachbibliothek mit einschlägiger Fachliteratur, Nachschlage-Werken und aktuellen Zeitschriften für alle Studierenden.
Für den Parteienverkehr des Sekretariates für Bürger*innen sowie für Studierende gilt der Zeitplan, welcher auf der Homepage der Schule veröffentlicht ist. Der Sekretariatsdienst und der Kopierdienst stehen den Studierenden ausschließlich in der unterrichtsfreien Zeit zur Verfügung.
In der unterrichtsfreien Zeit gelten die in der Homepage der Schule veröffentlichen Öffnungszeiten. Außerhalb dieser Öffnungszeiten können die Dienste nur nach persönlicher Vereinbarung in Anspruch genommen werden.

 

Bozen, 23. Oktober 2019
Vom Schulrat am 22.10.2019 genehmigt.



[1] Unsere Schule bildet unterschiedliche Gruppen von Personen aus: Minderjährige, Volljährige und seit langem im Arbeitsleben stehende Personen. Der Begriff Studierende bezieht sich auf alle Auszubildenden und soll auch die erhöhte Eigenverantwortung der Lernenden ausdrücken.