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Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“

Selbstverständnis der Schule

Wir als Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ bilden fachlich kompetente, verantwortungsvolle, zuverlässige und engagierte Fachpersonen aus.

Unsere Schule betrachten wir als Übungsfeld für soziale Interaktionen, persönliche und professionelle Entwicklung und wir schaffen einen klaren, wohlwollenden und lern- und entwicklungsfördernden Rahmen dafür. Angestrebt werden Klarheit in der Rollendefinition und Transparenz in den Abläufen und Aufträgen. Es ist uns wichtig, dass alle Beteiligten in verbindlicher und verlässlicher Weise Aufgaben erfüllen und Vereinbarungen einhalten. Wir entwickeln förderliche Rahmenbedingungen, damit die Schüler*innen und Studierenden selbstverantwortlich die schulischen und persönlichen Ziele erreichen. Physische und psychische Belastbarkeit sind die Grundpfeiler in der Begleitung, Betreuung und Pflege von Menschen; Professionalität im Handeln, im Wissen und in den Haltungen stellen die zu erreichenden Kompetenzen unserer Schüler*innen und Studierenden dar.

Werte und Haltungen

Wir bilden Menschen für den Sozial- und Gesundheitsbereich aus, als Maß gelten uns die erforderlichen beruflichen Kompetenzen.

Unsere Schüler und Schülerinnen und Studierenden begleiten alte Menschen, kranke Menschen, Menschen mit Beeinträchtigung und psychischen Erkrankungen sowie Kinder und Jugendliche. Dabei steht berufsbezogenes, interdisziplinäres Arbeiten im Vordergrund. Die erforderlichen professionellen Kompetenzen werden fächerübergreifend im Theorieunterricht und in den Praktika erlernt.

Wir stellen den Menschen in das Zentrum unseres Denkens und Handelns.

Wir stehen zu demokratischen Grundwerten und vertreten eine humanistische Grundhaltung: Wertschätzung, Authentizität und Kongruenz finden sich in unseren Lehrplänen wieder, in unserem Arbeiten und im Schulgeschehen. Eigenständiges Denken, laufendes Reflektieren und Begründen des eigenen Handelns sind notwendig für ein professionelles Arbeiten in der Praxis.

Unsere Sprache spiegelt unsere Werthaltungen.

Wir sprechen respektvoll und wertschätzend und verwenden aktuelle Begrifflichkeiten. Die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache ist uns selbstverständlich.

Über mündliche, schriftliche und nonverbale Sprache vermitteln wir unsere humanistische Grundhaltung, fordern diese ein, beobachten und bewerten sie.

Wir richten den Blick auf die Ressourcen und stärken diese.

Ressourcenorientiertes Arbeiten spiegelt sich im Unterricht mit den Schüler und Schülerinnen und Studierenden und im Praktikum in der Begleitung mit Betreuten. Wir richten den Blick auf Möglichkeiten und Stärken der Schüler und Schülerinnen und Studierenden: wir berücksichtigen verschiedene Lerntypen und geben den unterschiedlichen Fähigkeiten Raum. Dies gilt auch für das Praktikum: die Schüler, Schülerinnen und Studierenden nutzen auf die Bedürfnisse der Personen angepasste Ressourcen und Hilfsmittel.

Wir fördern ein realitätsnahes Selbstbild, arbeiten mit kontinuierlichen Rückmeldungen und sprechen Grenzen an.

Das Erkennen der eigenen Ressourcen und des eigenen Entwicklungspotentials sind die Grundlage für weiteres zielorientiertes Arbeiten und für die Planung des weiteren Handelns. Bei den Schülern, Schülerinnen und Studierenden fördern wir eine realitätsnahe Eigen- und Fremdwahrnehmung, als Unterstützung dienen dazu die Lernberatung und die Portfolio-Arbeit.

Wir schaffen einen klaren, lern- und entwicklungsfördernden Rahmen für professionelle, soziale und persönliche Entwicklung.

Die Klassengemeinschaft erstellt zu Schulbeginn gemeinsam geltende Kommunikations- und Verhaltensregeln. Die Lehrpersonen ermöglichen durch Didaktik und klare Führung die Entwicklung der Schüler und Schülerinnen und Studierenden. Unsere Schulordnung ist für alle verbindlich und stellt den Rahmen für die Arbeit in der Schule und alle unterrichtsbegleitenden Tätigkeiten dar.

Wir stärken die Übernahme von Verantwortung und ermöglichen eigenständiges Lernen.

Unsere Lernfelddidaktik fördert und fordert den Einsatz, die Mitarbeit und das aktive Mitdenken der Schüler und Schülerinnen und Studierenden. Durch das Mitwirken und eigenständige Arbeiten ermöglichen wir eine persönliche Entwicklung und ein Verantwortungsbewusstsein für das eigene Lernen, Planen und Handeln.

Wir erwarten Leistungsbereitschaft und fördern Leistungsfähigkeit.

Wissen, Können, Anwenden, Umsetzen und Begründen sind Leistungen, die wir von unseren Schüler und Schülerinnen und Studierenden erwarten. Ständiges Üben, Lernen und Wiederholen stärken diese Kompetenzen. Die Leistungsbereitschaft müssen die Schüler und Schülerinnen und Studierenden zeigen und ausbauen. Mündliche, schriftliche und praktische Prüfungen bauen wir in Verbindung mit Fallbeispielen, Arbeitsproben und Rollenspielen in den Unterricht ein. Rückmeldungen seitens der Lehrpersonen ermöglichen ein klares Bild über den Leistungsstand der Schüler und Schülerinnen und Studierenden. Auch in den Praktika finden Prüfungsteile statt.

Wir unterstützen die Arbeit im Team.

Klassengemeinschaft ist ein Übungsfeld für die spätere Arbeit im Team. Kommunikation, Kooperation, Diskursfähigkeit, Akzeptanz von unterschiedlichen Haltungen und Meinungen, Konfliktfähigkeit sind wesentliche Elemente einer professionellen Teamarbeit. Sie werden in der Schule durch Kleingruppenarbeiten, Präsentationen, Projekte und Übungen in den Praxisräumen gefördert und eingefordert.

Wir sehen Entwicklung als einen kontinuierlichen und langfristigen Prozess von Planung, Durchführung und Evaluation.

Der Dreijahresplan gibt einen Überblick zu geplanten Projekten, Vorhaben und angestrebten Entwicklungen der Schule. Regelmäßige Evaluation des Schulgeschehens, der Organisation oder von speziellen Fragestellungen, aber auch des individuellen Unterrichts geben Aufschluss über unsere Arbeit und Entwicklungsmöglichkeiten.

Wir reflektieren unser Handeln laufend, bilden uns weiter und fort.

Fachtagungen, pädagogischer Tag, schulinterne Fortbildungen, Hospitationen und externe Weiterbildungen ermöglichen uns Lehrpersonen, unser Wissen und Handeln auf den aktuellen Stand zu bringen. In den Unterricht laden wir Experten und Expertinnen ein, wir veranstalten Lehrausgänge, Lehrfahrten, Projekte und gestalten gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen den Unterricht. All dies gewährleistet Praxisnähe.

Lernort Unterricht

Didaktische Grundsätze

Der Unterricht an unserer Schule richtet sich nach einem kompetenzorientierten Lehrplan. Wir fördern als
berufsbildende Schule in unseren verschiedenen Ausbildungen praxis- und realitätsnahe berufliche Handlungskompetenzen, sowie die Allgemeinbildung. Darunter verstehen wir das wirksame Zusammenspiel von fachlichen Kenntnissen, von methodisch organisatorischen Fertigkeiten sowie von sozialen und kommunikativen Fähigkeiten in zwei Landessprachen (Deutsch/Italienisch). Diese wenden die Schüler, Schülerinnen und Studierenden in der Ausübung ihres zukünftigen Berufes an, um professionell und situationsgerecht zu handeln.

Handlungsorientierter Unterricht

Die Grundlage für unsere Unterrichtstätigkeit bildet die Lernfelddidaktik. Neben einer fachtheoretischen Ausbildung wird auch vermehrt die Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden in den Mittelpunkt gestellt. Die Lernenden sollen dahingehend begleitet und unterstützt werden, zukünftigen Herausforderungen des Berufsalltags professionell zu begegnen.

Bei der Ermittlung der Lernfeldbewertungen werden sowohl die berufsfachlichen Kompetenzen (berufliches Wissen und Handeln) als auch die Kommunikations-, Sozial- und Methodenkompetenzen (kommunikatives, soziales und methodisch-organisatorisches Wissen und Handeln) erhoben.

Projektarbeit - Großprojekte

Das fachübergreifende und handlungsorientierte Arbeiten wird auch in der Planung und Durchführung von Projekten während des Schuljahres sowie in der Ausrichtung zweier Großprojekte sichtbar:

  • Spiel- und Sportfest für Menschen mit Mehrfachbehinderung mit über 1000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen
  • Diplomverleihungsfeier in einem festlichen Rahmen für unsere jährlich ca. 200 Absolventen und Absolventinnen und ca. 500 Gäste.

Fachübergreifendes Setting

Die Schüler, Schülerinnen und Studierenden arbeiten mit mehreren Lehrpersonen fachübergreifend an spezifischen Themenbereichen. Diese Settings schließen kleinere Projekte, Module und besondere Lernsituationen ein.

Fallbeispiele und Arbeitsproben

Konkrete Situationen aus der Praxis, die in Form von Fallbeispielen und Arbeitsproben dargestellt werden,  sind im Rahmen der Vorbereitung auf Prüfungen wesentliche Bestandteile des Unterrichts. Sie sind fachübergreifend gestaltet und ermöglichen es den Schülern, Schülerinnen und Studierenden, erworbenes theoretisches Fachwissen sinnvoll zu verknüpfen und in einer vorgegebenen, praxisnahen Situation konkret umzusetzen.

Lernort Praktikum

In unseren Ausbildungen haben die Praktika einen bedeutenden Stellenwert. In einem Schuljahr werden über 1000 Praktika von der Schule eingeteilt, organisiert und auch begleitet.

Eine Besonderheit unserer Schule besteht in dem hohen Anteil an Praktikumszeit. Im Laufe der Ausbildungen zu den Berufsbildern in den Bereichen Sozialbetreuung, Pflegehilfe, Kinderbetreuung und Mitarbeitende für Integration verbringen die Studierenden etwa ein Drittel der Ausbildungszeit in verschiedenen Einrichtungen. Sie absolvieren in der Regel zwei Praktika pro Schuljahr mit einer Dauer von drei bis sieben Wochen.

Sie werden dort von einer Bezugsperson, einer ausgebildeten Fachkraft der Einrichtung, angeleitet. Eine Lehrperson der Schule begleitet und bewertet das Praktikum nach den von der Schule vorgesehenen Modalitäten.

Das Praktikum bietet eine hervorragende Möglichkeit, die berufliche Entwicklung der Studierenden zu unterstützen und voran zu bringen. Der direkte Kontakt mit konkreten Situationen und Personen hilft, das theoretische Wissen in der Praxis zu erproben. Neben der Überprüfung der eigenen Motivation können die Praktikanten und Praktikantinnen auch die Eignung für den späteren Beruf abklären.

Der Fokus der Aufmerksamkeit richtet sich im Praktikum auf die Entwicklung der Kompetenzen und auf den Prozess des Lernens. Es geht darum, angemessene Verhaltensweisen der Praktikanten und Praktikantinnen zu festigen und sinnvolle Arbeitshaltungen zu bestätigen.

Das Praktikum ist für die Studierenden ein Ort des konkreten Handelns.

Einrichtungen, in denen Praktikanten und Praktikantinnen je nach Ausbildung ein Praktikum absolvieren können, sind:

  • Wohn- und Pflegeheim für Senioren
  • Hauspflege, Tagesstätte für Senioren
  • Einrichtung für Menschen mit Behinderung (Werkstatt oder Wohneinrichtung)
  • Krankenhaus (Bereich Pflegehilfe)
  • Einrichtung für Menschen mit psychischer Erkrankung (Werkstatt oder Wohneinrichtung, Arbeitsrehabilitationsdienst)
  • Einrichtung für Kleinkindern (Bereich Kinderbetreuung)
  • Schule und Kindergärten (Mitarbeitende für Integration)
  • Kindergärten (Pädagogische Mitarbeitende in Kindergärten

Die Studierenden der Ausbildung zur Sozialbetreuung müssen im Laufe der Ausbildung ein Sommerpraktikum in Absprache mit der Praktikumslehrperson absolvieren.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Einrichtungen

Eine kontinuierliche Zusammenarbeit der Schule mit jenen Einrichtungen, die ein Praktikum für unsere Studierenden gewährleisten, ist daher eine vorrangige Aufgabe.

Das Verbindungsglied zur konkreten Praktikumsstelle ist die Praktikumslehrperson. Sie besucht die Praktikanten und Praktikantinnen vor Ort und beobachtet die Studierenden in einer Praxissituation.

Zwischen der Leitung der Praktikumsstelle, der Schulführungskraft der Landesfachschule für Sozialberufe, den Studierenden und den Eltern der minderjährigen Studierenden wird eine Vereinbarung abgeschlossen, um die beiderseitigen Rechte und Pflichten, die für die Erfüllung des Pflichtpraktikums notwendig sind, zu regeln.

Die Schule bietet Fortbildungen für interessierte Bezugspersonen aller Strukturen und Dienste an, wobei Methoden, Aufgaben und Themenschwerpunkte für die Begleitung unserer Praktikanten und Praktikantinnen besprochen und aufgearbeitet werden.